Was Sie schon immer über Kontaktlinsen wissen wollten

Was sind Kontaktlinsen?
Kontaktlinsen sind kleine Kunststoffschalen, die auf der Tränenflüssigkeit der Hornhaut schwimmen. Sie gleichen die bestehende Fehlsichtigkeit ähnlich wie Brillengläser aus.

 

Haben Kontaktlinsen Vorteile?
Der immens große Vorteil gegenüber der Brille liegt in der weitgehend natürlichen Abbildung. Wie Sie bereits wissen, verkleinern - so bei der Kurzsichtigkeit - oder vergrößern - bei der Weitsichtigkeit - Brillengläser das Bild. Die Ursache ist der Abstand des Brillenglases vom Auge, meistens ca. 14 mm.

Die Vorteile sind also:

  1. Kaum Verkleinerung oder Vergrößerung des Bildes
  2. Keine Randunschärfe: Brillengläser verzeichnen oder verzerren am Rand
  3. Bessere Sehleistung, besonders bei komplizierten Brechungsverhältnissen
  4. Linsen sind unsichtbar, Ihre natürliche Erscheinung wird nicht verändert
  5. Kein Beschlagen oder Verstauben
  6. Ideal für Personen mit unterschiedlicher Brechkraft
  7. Auch oft einziges erfolgreiches Mittel in der Behandlung von sehschwachen Kindern

Welche Arten von Kontaktlinsen gibt es?
Es gibt zwei große Gruppen von Kontaktlinsen: harte Linsen und weiche Linsen. 

Die harten Linsen werden heute allerdings vorwiegend aus Kunststoffen gefertigt, die etwas flexibel, also verformbar sind. Deshalb werden sie nicht mehr "hart" sondern "formstabil" genannt. Wegen der Nachgiebigkeit besonders am Rand der Linse ist diese Art von Linsen sehr gut verträglich. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß heute fast alle Kontaktlinsen sauerstoff- bzw. gasdurchlässig sind. Das bedeutet, eine wesentliche Verbesserung der Langzeitverträglichkeit. 

Harte Linsen. Welche Arten gibt es und welche würden Sie empfehlen? 
Zweifellos sind weiche Kontaktlinsen in der Anfangszeit besser, was die Verträglichkeit angeht. Langfristig sind aber formstabile Kontaktlinsen vorzuziehen, die Gründe werden weiter unten noch näher erläutert.

Ein sicher sehr großer Vorteil der formstabilen gasdurchlässigen Kontaktlinsen besteht darin, daß auch kompliziertere Brechungsfehler wie Astigmatismus = Hornhautverkrümmung, Keratokonus = seltene Art einer angeborenen unregelmäßigen Hornhautverkrümmung, ausgeglichen werden können.

 

Weshalb gleichen harte Linsen kompliziertere Fehler aus?
Formstabile Linsen behalten, wie der Name schon sagt, die Form. Da die Linsen auf der Tränenflüssigkeit der Hornhaut schwimmen, sind sie in der Lage, Unregelmäßigkeiten der Oberfläche der Hornhaut auszugleichen. Es entsteht also zwischen Hornhaut und Kontaktlinse eine Flüssigkeitsschicht unterschiedlicher Dicke, die in der Fachsprache auch als Flüssigkeitslinse oder Tränenlinse bezeichnet wird.

kontaktlinse

So schön Kontaktlinsen sind - wer einmal Kontaktlinsen hatte, möchte sie nicht mehr missen - dennoch gibt es nicht so selten doch einmal Probleme; und zwar nicht nur bei formstabilen Linsen.

 

Welche Probleme treten denn am häufigsten auf und wie kann man sich schützen?
Jeder dritte hat abends das Gefühl, daß die Linsen bei jedem Lidschlag auf der Bindehaut herumscheuern. Da hilft auf die Schnelle nur eins: Kontaktlinsen herausnehmen und Brille aufsetzen. Das Trockenheitsgefühl ist sehr unangenehm. Dabei muß es gar nicht so weit kommen, denn gerade das sog. Trockene Auge ist mittlerweile wissenschaftlich gut erforscht. Hauptursachen für trockene Augen sind: Umweltfaktoren, veränderte Arbeitsbedingungen und Ernährung: Augenärzte haben festgestellt, daß nicht nur die Menge der Tränenflüssigkeit sondern die Zusammensetzung derselben eine große Rolle spielt.

 

Allergien – Kontaktlinsen?
Der Kontakt mit Substanzen, auf die unser Körper allergisch reagieren könnte, wie z.B. Konservierungsstoffe, sollte - wenn möglich - vermieden werden. Die moderneKontaktlinsenhygiene bietet daher als Beitrag zur Gesunderhaltung Ihrer Augen. Kontaktlinsenpflegemittel ohne Konservierungsstoffe.

 

Wie oft muss ich zur Nachkontrolle?
Häufige Kontrollen währen der Anpassungsphase sind unverzichtbar für optimalen Tragekomfort Ihrer Kontaktlinsen. Tragen Sie weiche Kontaktlinsen, dann sollten Sie zu regelmäßigen Routinekontrollen alle sechs Monate Ihren Kontaktlinsenspezialisten aufsuchen. Tragen Sie formstabile Kontaktlinsen, dann sind Kontrollen einmal pro Jahr ausreichend.

Ganz wichtig:

Bitte diese Kontrollen auch dann einhalten, wenn Sie keine Beschwerden haben, viele negative Veränderungen laufen für Sie unbemerkt ab. Durch das konsequente Einhalten der Kontrolltermine können Probleme rechtzeitig erkannt und dauerhafte Schäden vermieden werden!

 

Können auch Kinder Kontaktlinsen tragen?
Alle bekannten Kontaktlinsen-Systeme sind grundsätzlich auch für Kinder geeignet. Kontrollen sollten jedoch bei Kindern, bedingt durch ihr Wachstum, häufiger durchgeführt werden als bei Erwachsenen. Bei kleineren Kindern muss zusätzlich auf die sorgfältige Pflege der Kontaktlinsen geachtet werden. Kontaktlinsen fallen nicht von allein aus dem Auge und gehen sehr viel seltener entzwei als Kinderbrillen. Nach dem neuen Gesundheitsreformgesetz bleibt es jedem Versicherten selbst überlassen, ob der zur Sehhilfe gewährte Zuschuss für eine Brille oder für Kontaktlinsen verwendet wird.

 

Ob Kontaktlinsen für Ihr Kind generell geeignet sind
muss grundsätzlich ihr
Kontaktlinsen-Spezialist nach einer gründlichen Untersuchung entscheiden.


Ist die Gewöhnung an Kontaktlinsen schwierig?
Formstabile Kontaktlinsen sind anfangs auf dem Auge zu spüren. Da das Oberlied über den Rand der Kontaktlinse gleiten muss, wird die Kontaktlinse bei jedem Lidschlag bemerkt. Schon nach kurzer Zeit lässt dies jedoch nach und die Kontaktlinse wird kaum noch bemerkt.

 

Was tun, wenn ein Fremdkörper unter die Kontaktlinse geraten ist?
Wenn es keine Möglichkeit gibt, die Kontaktlinse abzunehmen, sollten Sie versuchen, durch leichtes "Zupfen" des Oberlides bei geschlossenem Auge die Kontaktlinse anzuheben, so dass die Tränen den Fremdkörper hinausspülen können. Wenn dies nicht gelingt, muss die Kontaktlinse herausgenommen und gereinigt werden. Wenn nach dem Entfernen des Fremdkörpers ein Fremdkörpergefühl zurückbleibt, sollte der Kotaktlinsen-Spezialist aufgesucht werden. Ein Kontaktlinsen-Behälter und Flüssigkeit sollte immer mitgeführt werden.

 

Was ist zu tun, wenn meine Kontaktlinsen mal verrutscht ist?
Schließen Sie das Auge und führen Sie eine kreisförmige Augenbewegung aus. Wenn Sie danach Ihr Auge öffnen, sollte die Kontaktlinse wieder richtig auf der Hornhaut sitzen. Eine weitere Möglichkeit ist die, dass Sie mit einem Spiegel versuchen, die Linse zu orten. Massieren Sie dann die Kontaktlinse durch das geschlossene Oberlid in Richtung Pupille. Eine Linse kann nie "hinter" das Auge rutschen, da die natürliche Bindehautfalte dies verhindert.

 

Wenn das alles getan wurde und man trotzdem Beschwerden hat, woran kann das sonst noch liegen?
Unter Umständen auch einmal an den veränderten Arbeitsbedingungen. Wenn man sich zulange in Räumen mit zu trockener Luft aufhält, trocknen unsere Schleimhäute aus. Die Folge sind nicht nur zu trockene Augen sondern auch häufig Erkrankungen der Atemwege. 

Wenn man stundenlang am Computerbildschirm sitzt, stiert man, um nichts zu verpassen, wie gebannt auf den Bildschirm. Man "klimpert" viel zu selten mit den "Wimpern". Da mit jedem Lidschlag unsere Augenoberfläche neu benetzt wird, fehlt der Flüssigkeitsschutzfilm. Wenn man nicht mit Absicht von Zeit zu Zeit die Augen schließt und sich entspannt, ein Vorgang, der normalerweise automatisch ständig vom Willen unabhängig funktioniert, so wie unserer Herzschlag oder das Atmen, können dann die geschilderten Probleme auftreten. 

Wer diese Probleme hat, kann sogenannte künstliche Tränen oder ähnliche Flüssigkeiten anwenden. Besonders hochwertige Lösungen, die auch während des Kontaktlinsentragens angewandt werden können, enthalten keine Konservierungsstoffe und unterstützen den Tragekomfort. 

Ein weiterer Tip - nicht nur für die Augen: Gehen Sie jeden Tag an die frische Luft, gerade nach einem kurzen Spaziergang bilden die Augen durch die Luftfeuchtigkeit wieder schneller neue Flüssigkeit. 

Ein weiterer Faktor bei Unverträglichkeit von Kontaktlinsen sind Nebenwirkungen von Medikamenten, insbesondere, wenn sie neu verordnet genommen werden. 

Plötzliche Unverträglichkeit tritt recht häufig bei Hormonumstellungen auf, wie z.B. bei der Einnahme der Antibabypille. Eine neuere Studie zeigte indes, daß Frauen, die längere Zeit die Pille nahmen, eine bessere Tränenfilmqualität hatten als Frauen, die vor Jahren die Pille abgesetzt hatten. 

Auch bei Flugreisen sollte mit einer Unverträglichkeit wegen der zu trockenen Luft und des höheren Ozongehaltes der Luft im Düsenjets gerechnet werden. Am besten Linsen herausnehmen, genug Lösungen und Augentropfen mit auf die Reise nehmen. 

Make-up: Nur allergiegetestete Produkte, bitte keine Kajal-Stifte! 

Zusammenfassung: welche Linsen, weiche oder harte?
Fragen Sie Ihren Augenarzt, er weiß am allerbesten, wie Ihre Hornhaut aussieht, wie der Tränenfilm beschaffen ist, wie ihre Brechkraft ist, und welcher Linsentyp für Ihre Augen am geeignetsten ist. 

Nur Vertrauen, fachmännische Beratung und Kontrollen durch den spezialisierten Arzt, den Augenarzt, der Sie auch bei allen anderen wichtigen medizinischen Fragen, häufig auch unter Mitberatung eines anderen Spezialisten wie Internist und Allergologen betreut, sind geeignet, daß Sie die Sicherheit und Gewißheit haben, daß Sie optimal versorgt sind und betreut werden. 

Also: hart oder weich?
Obwohl ca. 60% der Kontaktlinsenträger weiche Linsen tragen, sind, wie schon erwähnt, harte Kontaktlinsen vorzuziehen. Gerade bei trockener Luft sind weiche Linsen schlechter, weil sie aus Hydrogelen bestehen, das heißt sie nehmen Flüssigkeit auf, sie saugen sie geradezu auf. Mehr noch: Sie saugen auch Schadstoffe aus der Luft auf, reichern sie im Material wie einen Pilz an, und geben sie danach in größerer Menge an unser Auge ab. Gerötete Augen, gereizte Augen und Allergien können die Folge sein.

Konsequenz: Werfen Sie weiche Kontaktlinsen, die älter als zwei Jahre sind, grundsätzlich weg, verwenden Sie nur allergiegetestete Kosmetika. Kalkulieren Sie die Kosten und entscheiden Sie sich, wenn möglich, für Einmal- oder Austauschsysteme. 
Bei Einmal-Kontaktlinsen benötigen Sie gar keine chemische Reinigungsflüssigkeiten, bei Austauschsystemen erhalten Sie je nach Art des Systems alle paar Wochen oder alle drei Monate automatisch gegen Rückgabe der verbrauchten neue Kontaktlinsen.

 

Wie oft sollen Kontaktlinsen kontrolliert werden?
Allgemein grundsätzlich: Bei allen Problemen und Veränderungen z.B. der Schärfe: Sofort Augenarzt aufsuchen.

Erste Kontrolle: 8 bis 10 Tage nach der Anpassung

Zweite Kontrolle: 3 Wochen später

Dritte Kontrolle: nach drei Monaten

Danach alle 6 Monate: augenärztliche Kontroll-Untersuchung

 

Letzte Frage:
Gibt es eine Altersgrenze für das Tragen von Kontaktlinsen?

Nein

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